Rolling Big Wheel & Little Hard Quill

Besuch aus dem Reservat

Für ein Wochenende hatten wir zwei Pflegekinder aus einem Reservat südlich von Prince George bei uns zu Gast: Rolling Big Wheel und Little Hard Quill. Es waren turbulente Tage, nicht nur Gundula, auch Lisa, Fiona und ich waren ständig eingespannt.

Rolling Big Wheel

Die Gesichter der Jungs dürfen aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden, daher die Fantasienamen und die zensierten Photos.

Little Hard Quill

Little Hard Quill

Die Fahrt von Prince George nach Longworth war die erste Herausforderung. Als wir die Rückfahrt antraten, waren die beiden Kurzen schon dreieinhalb Stunden unterwegs, erschöpft und unvorbereitet mussten sie zwei weitere Stunden im Auto verbringen.
In ihren Rucksäcken befand sich keinerlei Spielzeug, dafür ein Becher Joghurt, den der Kleine ganz selbstverständlich mit seinen Fingern essen wollte. Im Auto. Der Knopf für den Fensterheber war besonders interessant: Fenster auf, Gurt lösen und sich mit dem Oberkörper rauslehnen – das war innerhalb einer Sekunde geschehen!

Rolling Big Wheel

Rolling Big Wheel

Schon nach ein paar Stunden Beschäftigung mit den Burschen war unschwer zu erkennen, das ihre geistige Entwicklung nicht dem tatsächlichen Alter entspricht. Der Zehnjährige verhielt sich wie ein Erstklässler, der Sechsjährige wuselte wie ein Dreijähriger durchs Haus. Sie kannten keine zeitlich festgelegten Mahlzeiten, dafür jedoch die täglichen Fernsehsendungen.
Gundula, eine ausgebildete, berufserfahrene Ergotherapeutin, gab sich sehr viel Mühe und war am Abend des ersten Tages gänzlich geschafft. Ich konnte leider das genuschelte Englisch der beiden First Nations (frei übersetzt: „Angehöriger der ersten Nation“ – ein hier gebräuchlicher Name für die Ureinwohner des Landes, die wir Europäer stumpf „Indianer“ nennen) beim besten Willen nicht verstehen und verlagerte meine Tätigkeit als Granny AuPair in die Küche.

Am Sonntag schien die Sonne, und wir konnten uns bis zum Abend im Freien aufhalten, playing outdoor (draussen spielen):

Nur die Harten komm' in Garten!

Lunchtime auf der Terrasse

Lunchtime auf der Terrasse

Da die kleine Bande ständig ins Haus lief, blieb die Haustür abgeschlossen. Nach dem Holzstapeln wurde ein Grillfeuer angezündet. Mit der Aussicht auf gegrillte Marshmallows und Würstchen zeigte sich großer Arbeitseifer, auch bei den Kleinen.

Fiona und Gundula

Fiona und Gundula

Holzstapel für den kommenden Winter

Holzstapel für den kommenden Winter

Grillparty im Frühling

Marshmallows und Würstchen am Spieß...

Gundula, WLAN und die Sonne

Gundula fand eine Möglichkeit, bei Sonne ihre Elektropost zu lesen

Fiona

Fionas anfängliche Scheu vor den Jungs war verflogen

Lisa genießt ihren Marshmallow

Lisa genießt ihren Marshmallow

Dank dieses sommerlichen Frühlingstages verlebten wir mit den Jungs angenehme Stunden. Sie fühlten sich bei uns sehr wohl und geborgen – und wollten gar nicht mehr zurück gebracht werden.

Gewächshaus

Seit einigen Tagen ist das Gewächshaus mein persönlicher Playground (Spielplatz).

Granny AuPair Heidi Eden bei der Arbeit

Sommergemuese 2012

Mit einem hoffentlich dunkelgrünen Daumen säte ich Gemüse und Blumen in kleine Töpfe aus: Möhren, Rote Bete, Mais, Tomaten, Radieschen, Erbsen und Bohnen, Tagetes, Sonnenblumen, Margariten, Astern und Gladiolen (Zwiebeln). Aus Deutschland erwarte ich weitere Blumensamen. Hier gibt es noch keine Beete, da habe ich noch gut zu tun.

Über Heidi Eden

Bloggerin / Lioness / Granny AuPair 2011/2012+2015

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4 Kommentare
    • Heidi Eden sagt:

      Hallo Focko,
      der Schnee ist nur noch auf den Bergen, endlich ist auch hier
      Frühling. Heute fahren wir für vier Tage mit dem Personenzug über die Rocky Mountains nach Jasper in Alberta. Lieben Gruß, auch an Beate, Heidi

  1. Anke Wolf sagt:

    Moin Heidi,
    ich duze dich kurzum und denke, das ist ok? Wir kennen uns sicher von Borkum vom Hören/Sehen.

    Ich saß mit Lisa kürzlich auf dem KAT zusammen; sie erzählte von deinem Granny-Jahr und ich fragte ausgiebig nach. Das kannte ich nocht nicht. Sehr interessant!
    Als ich Bernd, meinem Mann, davon erzählte, meinte er spontan, das sei später auch was für uns.
    Kann ich mir gut vorstellen.

    Du hast eine ansprechende und sehr vielseitige website :))
    LG von Anke (50)

    • Heidi Eden sagt:

      Hallo Anke,
      wir kennen uns auch aus der Arche-Bücherei. Dort habe ich vor einiger Zeit mitgearbeitet, auch Hinweisschilder erneuert und ergänzt.
      Meine Tätigkeit hier gefällt mir sehr gut. Mal ein ganz anderes Leben führen ist sehr interessant.
      Heute warten wir auf Jürgen und Lisa. Sie wollen mich ein paar Tage hier in Longworth besuchen.
      Lieben Gruß,
      Heidi Eden

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