Ein Besuch in Penny

Bereits Ende November hatten mir Angela und Andreas angeboten, mal einen Tag bei Ihnen in Penny zu verbringen. Letzten Freitag waren Gundula und Fiona in Prince George. Somit hatte ich keinerlei Verpflichtung als Granny Aupair, und auch das Winterwetter und der Zustand der Straßen ließen eine Fahrt zu.

Straße nach Penny


Nach mehr als 80 Fahrten nach Sinclair Mills zum Schulbus oder zurück seit November vertraute ich auf meine erworbene Fahrpraxis, etwa 3.200 Kilometer, denn die schmale Straße Richtung Penny ist voller Kurven. Mir war auch aufgefallen, dass mir die männlichen Bewohner von Longworth von einer Fahrt abgeraten hatten ?? Angela und Jenna kommen jeden Mittwoch mit ihrem Auto von Penny nach Longworth, also los.
Nur mit 40 kmh schaffte der 22 Jahre alte Truck die Steigungen, teilweise 12 %, auf der vereisten Fahrbahn. Es war ein einziger Nervenkitzel, denn bei einem etwaigen Gegenverkehr hätte es zu einem Zusammenstoss kommen können. Nach 30 Minuten und 20 Kilometern war ich endlich am Ende der Straße, in Penny bei Angela und Andreas.

Burner


Gegenverkehr? Zur Zeit leben in Penny 6 Menschen in drei Haushalten.
Bis in die 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts befand sich hier ein Sägewerk. Der Ort zählte über 2.000 Einwohner. Nach der Schließung des Werkes verließen die Bewohner bis auf wenige ihre Häuser. Mehrere Jahre lebten in der Abgeschiedenheit Pennys einige Amerikaner mit ihren Familien. Sie waren Kriegsdienstverweigerer wegen des Vietnamkrieges.

Postamt


Penny liegt an der Bahnstrecke Richtung Jasper, und mit der ViaRail, dem Personenzug, wird dreimal die Woche die Post gebracht und dreimal abgeholt, je nach Fahrtrichtung. Den Dienst versehen Angela oder Jenna.

Postfaecher

80 Jahre altes Wohnhaus


Angela und Andreas aus Hamburg entschieden sich vor ein paar Jahren für ein Leben in Penny. Sie kauften das am Ufer des Fraser River liegende große Grundstück mit einem Wohnhaus und Nebengebäuden. Es gibt weder einen Stromanschluss noch eine Wasserversorgung.

Küchenofen


Das Wasser wird mit einem großen Kanister aus einem Bach geholt, mehrfach gefiltert und abgekocht. Strom liefern Sonnenkollektoren und Batterien.

Strom aus der Batterie


Zu Mittag gab es einen leckeren Eintopf und Kartoffelpuffer. Das Gemüse und die Kartoffeln waren aus dem eigenen Garten. Angela backt auch Brot und ist besonders stolz darauf, auch den Weizen selbst angebaut zu haben.

Werkstatt


Mit drei Wagen, einem Quad, einem Snowmobil und einem Trecker ist das Leben auf diese Weise bei einer guten Organisation möglich und bestimmt in unserer heutigen hektischen Zeit besonders lebenswert.

Traktor als Snowblower


Mit dem Holz vom eigenen Grundstück werden die Öfen in der Küche und im Wohnzimmer beschickt.

Holzvorrat


Noch in diesem Jahr ist der Baubeginn für ein neues Haus geplant, wurde jedoch schon mehrfach verschoben. Hier hat man Zeit, Ruhe, Muße.

Über Heidi Eden

Bloggerin / Lioness / Granny AuPair 2011/2012+2015

Zeige alle Beiträge von Heidi Eden

Ein Kommentar
  1. Angela sagt:

    Hi Heidi,
    das ist ja ein ganz toller Bericht! Du hast sehr gut beobachtet und unser Leben hier sehr zutreffend geschildert! Super!

Schreibe einen Kommentar zu Angela Antworten abbrechen

Deine Email-Adresse wird niemals veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.